ausgeschlafen, wurden aufgeregt die ersten Erlebnisse und Eindrücke ausgetauscht. Wir waren uns alle einig, dass das Leben in Ungarn schon recht anders ist als bei uns in Deutschland. Wir hatten kaum Zeit uns alles zu erzählen, da kam schon der Schulleiter, auch ‚Big Boss‘ genannt, um uns zu begrüßen. Danach machten wir noch eine Führung durch die Schule, diese hat etwas Zeit beansprucht, da die Schule nicht aus einem Gebäudekomplex besteht, sondern verteilt einzelne Gebäude hat. Das Ferenc-Medgyessy-Gimnázium legt seinen Schwerpunkt auf die künstlerische Ausbildung. Es gibt verschiedene Tanzkurse und noch mehr Kunstkurse, u.a. auch Photographie. Die Schule ist sehr modern, mit der neuesten Technik ausgestattet. Wir bekamen ein Foto geschenkt, das wir am Morgen bei der Begrüßung gemacht hatten. Um 12.00 Uhr dann gab es Mittagessen in der Kantine, was aber nicht besonders erwähnenswert war. Am Nachmittag führte uns Frau Gyüre durch Debrecen. Mit dem Bus fuhren wir am Fußballstadion und der Militärstation vorbei. An der Universität stiegen wir aus und besichtigten diese. Ein prächtiges Gebäude. Wir liefen viel durch Debrecen, der zweitgrößten Stadt Ungarns, besichtigten noch ein Heimatmuseum und schließlich waren wir alle kaputt. Ein anstrengender, aber schöner erster Tag.
Ungarisch und Volkstanz standen Mittwoch auf dem Programm, wir stellten uns ganz gut an, behaupteten zumindest die Lehrer. Mit unseren Partnern zu tanzen und mit ihnen Unterricht zu machen, war sehr amüsant. Den Nachmittag hatten wir frei, einige trafen sich in einem Spaßbad und je nach Wohnort verbrachten wir auch den Abend miteinander.
Am Donnerstag, den 15.03.2012 ist in Ungarn Nationalfeiertag, deswegen hatten unsere Partner schulfrei und weil's so schön ist, den Freitag gleich mit dazu. An diesem vorgezogenen Wochenende waren wir in den Familien, was auch bei ziemlich allen sehr nett war. Die Ungarn waren alle sehr offen und warmherzig. Freitag trafen wir uns privat in Debrecen, um gemeinsam etwas Party zu machen. Da wir ja schon ein ‚Wochenende‘ hatten, stand Samstag und Sonntag Programm an. Samstag fuhren wir nach Eger, eine sehr schöne Stadt, besichtigten die Burg und die Stadt. Wir hatten nachmittags etwas Freizeit, in der wir uns bei prima Wetter in ein Café setzen und die Sonne genießen konnten. Später ging es dann ins Tal der Schönen Frauen zur Weinprobe in einem Weinkeller. Es gab typisch ungarische Gulaschsuppe. Der Wein allerdings konnte die meisten von uns nicht für sich gewinnen, die Musiker vor dem Weinkeller schon eher, manche von uns tanzten sogar den neu gelernten Volkstanz.
Sonntag ging es in die Puszta nach Hortobágy. ‚Puszta‘ bedeutet ‚kahles Nichts‘ und genau das ist sie auch. Eine sehr kahle baumlose Landschaft, aber mit einer Kutschfahrt, einer Pferdeshow und Tierstallbesichtigungen haben die Ungarn uns dann doch begeistert. Wir durften sogar selbst reiten. Nach der Kutschfahrt gab es für alle über offenem Feuer zubereitetes Schlambuz, eine Mahlzeit aus Nudeln, Kartoffeln und Speck. Nach unserer Rückkehr gingen viele noch in die Stadt zum größten Kaufhaus Debrecens, dem Forum. Wir hatten viel Spaß, waren gleichzeitig aber auch schon ein bisschen traurig, denn übermorgen sollten wir Ungarn und unsere Austauschschüler schon verlassen.
Montag hatten wir dann den letzten Tag noch für uns. Wir gingen in die Stadt, um noch ein letztes Mal Debrecen City zu genießen. Als wir wiederkamen, hatten die Ungarn eine Abschieds-/Geburtstagsparty in der Schule für uns vorbereitet, zwei von uns hatten Geburtstag gehabt.  Es gab Torte und gute Musik, wir haben viel gelacht und alle noch einen richtig schönen Abend verbracht. Früher als sonst ging es dann nach Hause, denn Kofferpacken war angesagt. Am nächsten Morgen war es dann so weit, erst die Verabschiedung der Familie, die uns allen sicherlich schon schwer fiel. Aber die war nichts im Vergleich zur Verabschiedung unserer Partner, viele Tränen flossen und keiner wollte so recht in den Bus einsteigen. Irgendwann musste es dann aber doch losgehen und winkend fuhren wir in den zweiten Teil unserer Reise.
Budapest ist wirklich eine wunderschöne Stadt, da waren wir uns alle einig. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir die Stadt und gingen in der Váci Straße spazieren. Leider blieben wir nicht lange dort, denn wir mussten unseren Zug nach Wien erwischen. Dort erwarteten uns wieder neue Eindrücke, aber eine bekannte Sprache. Froh darüber, den U-Bahn Plan zu verstehen, fuhren wir zu unserer Jugendherberge, checkten ein, machten uns frisch und schon ging es zurück Richtung Stadtzentrum. Wir teilten uns in Gruppen und gingen schön gemütlich zu Abend essen. Später fielen wir alle wie Kartoffelsäcke in unsere Betten. Ausschlafen stand allerdings nicht auf dem Programm, morgens begann unsere Stadttour mit Schloss Schönbrunn, was gleich zu Anfang sehr eindrucksvoll war. Danach führte unsere Fremdenführerin, die ihren Job wirklich sehr gut machte, uns zum Hundertwasserviertel, welches unseren Erwartungen nicht so sehr entsprach, da es ziemlich heruntergekommen aussah. Aber trotzdem, wir hatten es immerhin einmal gesehen. Kurze Zeit fürs Mittagessen und die nächste Führung  stand an, und zwar durch die Wiener Staatsoper, der viele Marmor und die gepolsterten Sitze wirkten sehr edel. Und die Preise für Sitze waren ebenfalls sehr beeindruckend. Abends gingen wir alle zusammen auch ins Theater, zwar nicht in die Staatsoper, aber das Stück war trotzdem sehr amüsant: ‚Romeo und Julia‘ auf eine moderne Art. Einige von uns wurden dann aber bei dem gedämmten Licht und den weichen Sitzen zwischendurch doch von der Müdigkeit überrollt.
Am Donnerstag, den 22.03.2012, unserem letzten Tag besichtigen wir noch die UNO. Es war wirklich interessant zu sehen, wie viel Einfluss die in der Welt hat. Um den Stress der Welt dann hinter uns zu lassen, besuchten wir noch den Prater, ein gelungener Abschluss einer gelungenen Fahrt. Freitag ging es dann im Flieger zurück, um den Schlaf der letzten zwei Wochen nachzuholen.
Insgesamt würde ich sagen, haben wir auf dieser Reise viele schöne neue Erfahrungen gemacht und unser Leben um einiges bereichert. Ich würde auf jeden Fall nochmal fahren!

Celine

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